SZTZ-Ffm

Rezidivbehandlung nach allogener Stammzelltransplantation bei Kindern und Jugendlichen mit ALL

Die Frankfurter Erfahrungen

Erleiden pädiatrische ALL-Patienten nach einer allogenen Stammzelltransplantation einen Rückfall so sind die Therapieoptionen bisher begrenzt. Standardisierte kurative Ansätze gibt es nicht. In einem im Sommer 2016 im Journal Bone Marrow Transplantation (Bone Marrow Transplantation (2016), 1-8) erschienenem Artikel haben wir die Vorgehensweise an unserem Frankfurter Transplantationszentrum in einer solchen lebensbedrohlichen Situation dargestellt.

Insgesamt 101 Patienten, die im Zeitraum von 2005 bis 2014 eine erste allogene Stammzelltransplantation erhielten, wurden dabei hinsichtlich des Krankheitsverlaufs retrospektiv analysiert. Von den 101 Patienten erlitten 23 einen Rückfall ihrer ALL. Von diesen 23 Patienten bekamen 8 eine Hochdosischemotherapie beziehungsweise eine spezifische Immuntherapie, gefolgt von einer haploidenten zweiten Stammzelltransplantation (SZT), einer dieser Patienten verstarb vor der zweiten SZT. Bei 15 der 23 Rückfallpatienten war dieses therapeutische Vorgehen nicht möglich. 10 dieser Patienten erhielten eine niedrig dosierte Chemotherapie und Donor-Lymphozyten-Infusionen (experimenteller Ansatz ohne SZT), 5 Patienten wurden palliativ behandelt. Bei den 7 Patienten mit zweiter Stammzelltransplantation lag das 4-Jahres-Gesamtüberleben bei 56%; bei den 10 Patienten mit experimentellen Behandlungsansatz ohne weitere SZT bei 40% (p=0.232). Wichtige Voraussetzungen für eine erfolgreiche Rezidivbehandlung nach erster SZT waren ein guter klinischer Zustand und die Fähigkeit, durch die Induktionstherapie in Remission zu gelangen.

Insgesamt sind beide Therapieansätze ermutigend, denn von den 18 Rezidivpatienten haben 9, also die Hälfte, überlebt. Das 5-Jahres-Überleben aller 101 in Frankfurt transplantierten ALL-Patienten liegt bei 76%.