SZTZ-Ffm

Prä-emptive Immuntherapie zur Beseitigung der molekularen Resterkrankung bei pädiatrischen ALL-Patienten nach Transplantation

Die Kontrolle der minimalen Resterkrankung (MRD) oder des Chimärismus kann hilfreich für den Einsatz einer prä-emptiven Immuntherapie zur Verhinderung eines Rückfalls bei akuten lymphoblastischen Leukämien des Kindesalters sein. An unserem Zentrum haben wir pädiatrische Patienten, die zwischen Januar 2005 und Juli 2014 aufgrund ihrer ALL eine Transplantation erhielten, retrospektiv unter diesem Aspekt untersucht. Diese Analyse wurde im Journal of Biology of Blood and Marrow Transplantation (J of Biol Blood Marrow Transplant 23 (2017) S. 87-95) veröffentlicht.

Bei allen Patienten erfolgten Chimärismus-Untersuchungen, bei 58 der insgesamt 89 Patienten wurden MRD-Untersuchungen durchgeführt. 19 von 24 Patienten mit einem gemischten Chimärismus und MRD und 4 Patienten mit komplettem Chimärismus aber einer MRD-Last, erhielten eine Immuntherapie. Die 3-Jahres-Wahrscheinlichkeit für ein ereignisfreies Überleben (EFS) lag bei 0,69± 0,06 für die Patientenkohorte ohne Immuntherapie und bei 0,69 ± 0,10 für die Patienten mit Immuntherapie. Die kumulative Inzidenz für einen Rückfall (cumulative incidence of relapse; CIR) und die kumulative Inzidenz der transplantationsbedingten Mortalität (cumulative transplant related mortality; CTRM) war bei beiden Kohorten gleich verteilt (ohne Immuntherapie: 3-Jahres CIR 0,21 ± 0,05, 3-Jahres CITRM 0,10 ± 0,04; mit Immuntherapie: 3-Jahres CIR 0,18 ± 0,09, 3-Jahres-CITRM 0,13 ± 0,07). Das ereignisfreie 3-Jahres-Überleben und die Inzidenz für einen Rückfall waren bei Patienten mit gemischtem oder komplettem Chimärismus mit Immuntherapie gleich, während alle Patienten mit gemischtem Chimärismus ohne Immuntherapie einen Rückfall erlitten. Die Immuntherapie beeinflusste weder die Immunrekonstitution signifikant, noch erhöhte sich hierdurch das Risiko für eine Graft-versus-Host-Erkrankung.

Die Rezidivprophylaxe mittels Immuntherapie könnte bei Risikopatienten zu ähnlich guten Behandlungsergebnissen führen, wie bei Patienten mit komplettem Chimärismus oder MRD-Negativität. Dies unterstreicht die Wichtigkeit eines exzellenten MRD- und Chimärismus-Monitorings nach Stammzelltransplantation. Hierauf basierend könnten immuntherapeutische Behandlungsansätze das Überleben von pädiatrischen ALL-Patienten verbessern.